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Schimmel durch falsche Podeste

Nicht jeder Unterbau ist geeignet. Fremdpodeste oder Eigenbauten bedürfen einer eingehenden Beratung durch den Fachhändler im Hinblick auf Statik, Belüftung, verträgliche Materialien etc.. Sonst kann der Hersteller nicht für sein Produkt haften.

Starke Schimmelbildung an der Unterseite ihres Wasserbettes monierte eine Wasserbettbesitzerin nach kurzer Zeit des Gebrauches. Der Fachhändler konnte nicht helfen, da es sich um einen Podest Marke Eigenbau handelte, er fühlte sich nicht verantwortlich, weil ihm ein ähnlicher Fall aus langjähriger Erfahrung mit Wasserbetten nicht bekannt war. Die Kundin hielt das Wasserbett für schuldig und zog vor Gericht. Ein 40seitiges Gutachten der LGA, Nürnberg erklärte die Gründe umfassend. Die Ursache ist ausschließlich das mangelhafte Podest. Deutlich dabei wurden aber auch die Qualitätsvorteile eines führenden deutschen Markenproduktes.

 

Festgestellt wurde eine intensive Schimmelpilzbildung an der Unterseite des Softside Wasserbettes, auf der Oberfläche des Podestes aus Holzwerkstoffplatten und partiell auch an den vertikalen Flächen des Bezuges, insbesondere in den Eckbereichen. 

Es gab keinen Schimmelpilzbefall im inneren der Wassermatratze zwischen Sicherheitsfolie und Polsterwanne, und auch nicht zwischen der Unterseite der Polsterwanne und der oberen inneren Fläche des Unterbezuges.
An der Unterseite der Wassermatratze wurden 26°C gemessen.

Die selbstgebaute Podestkonstruktion besteht aus einem lackierten, geschlossenen Rahmen, in den lose Gasbeton- / Porenbetonsteine eingelegt wurden, um die Bodenplatte aus Holz zu tragen.
Diese Materialien besitzen auch in trockenen Räumen umgebungsbedingte Feuchtegehalte. Diese sogenannten Ausgleichsfeuchtegehalte betragen z.B. bei Porenbeton 6,5% massebezogen und für Holzwerkstoffplatten 15% massebezogen. Das bedeutet, daß 1m3 Porenbeton bei einer Rohdichte von 600kg/m3 einen absoluten Ausgleichsfeuchtegehalt von 39 Litern Wasser besitzt. 
Bei den ca. 0,6 m3 eingebrachten Porenbetonsteinen und der ca. 4 m2 Holzplatte ergibt sich so eine Menge von 33 Litern Wasser. Eine evtl. feuchte Lagerung vor der Einbringung erhöht die Werte entsprechend.

Durch die Erwärmung von oben wurde ein Teil der vorhandenen Feuchtigkeit freigesetzt und an die eingeschlossene Luft unter dem Wasserbett abgegeben. Dadurch erhöht sich die relative Feuchte dieser Luft signifikant, zumal die großen Porenbetongsteine den Luftraum fast auf die Hälfte verkleinerten.

Allein eine Anreicherung der Luft mit 5 g Wasser aus den 9.600 g Wasser der Holzplatte erhöhen die relative Feuchte auf 80%, - bereits ein Feuchtebereich, in dem sich Schimmelpilz bilden kann.
Soweit die Holzplatten frei lagen und durch die Wasserbettfüllung durchwärmt wurden, konnte sich kein oder allenfalls nur geringfügig Schimmelpilz ansiedeln (siehe Pfeile auf der Abbildung unten). In den Flächenbereichen in denen die Holzplatten auf den Porenbetonsteinen auflagen, also nicht einmal eine geringe Umlüftung möglich war, bildete sich deutlicher Schimmelpilz.
Besonders gravierend bildete sich Schimmelpilz unter den Flächen des Polsterrahmens und des Trennkeils, weil hier die Erwärmung der Holzplatte durch die Isolierung des Schaumstoffes nicht stattfinden konnte. Mit der Folge, dass die Temperaturen an den Oberflächen der Unterseiten deutlich geringer waren, die relativen Feuchten anstiegen und sich Schimmelpilz ansiedelte.
Dass unmittelbar unterhalb der Holzplatten höhere Feuchten waren als unten am Fußboden, zeigten die senkrechten Holzleisten: oben deutlicher Schimmelpilzbefall, während unten keiner mehr erkennbar war.

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